Sasa

Bambus, Süßgras, Poaceae

Gattung:

Sasa umfasst etwa 41 ostasiatische Arten (Kew 2023) mit Mannigfaltigkeitszentrum in Japan.
 

Sasa palmata

Palmblatt-Bambus,
Sasa palmata
Süßgras, Poaceae

 

Steckbrief:

Bis 2 m hohe, immergrüne, ausläufertreibende Staude mit großen, breit-lanzettlichen, dunkelgrünen, bis 35 cm langen und 8 cm breiten Blättern und grünen, im Alter bräunlichen Halmen.
 

Heimat:

Japan und Korea.
 

Nutzung:

Ziergras, meist in der Sorte `Nebulosa´ mit braun gefleckten Halmen kultiviert. Die Art ist winterhart und verträgt Temperaturen von -18° bis -25°C (Jäger & al. 2008). In wärmeren Regionen auch als Erosionsschutz kultiviert (Mansfeld 1986).
 

Ausbreitung:

In Europa seit 1889 in gärtnerischer Kultur (Bärtels & Schmidt 2014).
DEUTSCHLAND:
Ein großflächiger Bestand in Bad Säckingen-Harpolingen im südlichen Schwarzwald in Baden-Württemberg (Rüttnauer & Reif 2023) und in der Rheinaue Worringen-Langel in Nordrhein-Westfalen (BBV 2017). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) nicht geführt.
ÖSTERREICH:
2021 in einem großen Bestand beim Kasbauer am Kasparstein in den St.Pauler Bergen in Kärnten (Griebl 2023), 2022 in Puch bei Hallein in Salzburg (Pilsl 2023) und 2023 an der Schwarzen Sulm bei Bad Schwanberg und 2024 am Demmerkogel zwischen Brudersegg und Höch in der Steiermark (Griebl 2023).
SCHWEIZ: ---

 
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. seit 2012 auch in Tschechien (Pyšek & al. 2012, sub S. palmata `Nebulosa´).

 
Weitere Art:

Sasa veitchii

Der Veitch-Bambus, Sasa veitchii, ist in Japan und auf Sachalin beheimatet, stark ausläufertreibend und wird im Gebiet vor allem als Flächenbegrüner genutzt. Zur kalten Jahreszeit sterben die Zellen am Blattrand ab und verursachen so einen hellen, weißlichen Blattrand. 
Benannt ist die Art nach der Familie Veitch, die im 19. Jahrhundert eine Institution in Bezug auf Gartenbau in London war. John Gould Veitch (1839−1870) bereiste 1860 Japan und schickte von dort Pflanzen nach England. Subspontan konnte die Art in Freiburg-Keidelbad in Baden-Württemberg (Rüttnauer & Reif 2023) gefunden werden.
 

Quellen

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2017): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2017 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 9: 115–161.

Griebl N. (2023): Palmblatt-Bambus cf., Sasa palmata, verwildert - http://forum.flora-austria.at/viewtopic.php?f=10&t=2850

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.



Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Mansfeld R. (1986): Verzeichnis landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen - Band 3, 569 Seiten, Springer-Verlag.

Pils P. (2023): Palmblatt-Bambus cf., Sasa palmata, verwildert - http://forum.flora-austria.at/viewtopic.php?f=10&t=2850

Pyšek P., Danihelka J., Sádlo J., Chrtek J. jr., Chytrý M., Jarošík V., Kaplan Z., Krahulec F., Moravcová L., Pergl J., Štajerová K. & Tichý L. (2012): Catalogue of alien plants of the Czech Re­public (2nd edition): checklist update, taxonomic diversity and invasion patterns. – Preslia 84: 155–255.

Rüttnauer M.M. & A. Reif (2023): Verwilderung von Bambus-Arten (Poaceae, Bambusoideae) in Baden-Württemberg – Mitt. Bad. Landesverein Naturkunde u. Naturschutz 25: 61-82.