Sanvitalia

Husarenknopf, Korbblütler, Asteraceae

Gattung:

Sanvitalia umfasst etwa 7 Arten (Kew 2023) in der neuen Welt. Mannigfaltigkeitszentrum ist Mexiko.
 

Sanvitalia procumbens

Husarenknopf, Mexikanisches Goldrandblümchen,
Sanvitalia procumbens
Korbblütler, Asteraceae

 

Steckbrief:

Bis 15 cm hohe, niederliegende bis aufsteigende, reich verzweigte Einjährige mit schmal-eiförmigen bis lanzettlichen, bis 6 cm langen und 3 cm breiten Blättern und einzeln stehenden Körbchen. Zungenblüten 8–20, oval, goldgelb, vorne kurz ausgerandet. Röhrenblüten schwarzbraun. Hüllblätter 13−21, ungleich. Pappus der Zungenblüten mit drei Dornen. Blütezeit Juli bis Oktober.  
Verwechslungsmöglichkeit: Oft mit Melampodium verwechselt. Dieses hat allerdings grüngelbe, nicht schwarzbraune Röhrenblüten und schmälere Zungenblüten.
 
 

Name:

Wahrscheinlich nach dem italienischen Botaniker Federico Sanvitale (1770−1819) und seinem älteren Bruder Stefano Sanvitale (1764−1838) benannt, der ebenfalls naturwissenschaftlich-botanisch interessiert war. Stefano Sanvitale kultivierte auf seinen Gütern Baumwolle, Schlafmohn und Zuckerrüben, stellte aus Agavenfasern ein dem Papyrus ähnliches Papier her, hatte Kontakte zu Naturforschern und hochgestellten Persönlichkeiten, u.a. waren Papst Pius VII. und Napoleon bei ihm zu Gast. Federico Sanvitale war ein Schüler des Beschreibers von Sanvitalia, von Jean-Baptiste Pierre Antoine de Lamarck, der das Pflanzenmaterial zur Beschreibung 1792 aus Italien erhielt (Burkhardt 2018).
 

Heimat:

Mexiko und Guatemala.
 

Nutzung:

Als einjährige Zierpflanze, seit 1798 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008). Unter dem Namen Sanvitalia finden sich im Pflanzenhandel nicht selten Pflanzen der Gattung Melampodium.
 

Ausbreitung:

Es bestehen zahlreiche Fundmeldungen, wobei oft nicht klar ist, welche der Meldungen nun Sanvitalia procumbens und welche Melampodium montanum betreffen. Melampodium montanum verwildert öfter und leichter als Sanvitalia procumbens, doch auch diese ist subspontan bekannt. Auf Sanvitalia könnten sich beziehen:
DEUTSCHLAND:
Weismain, Stadtsteinach und 2006 auf Sandwegen im Friedhof Bamberg in Bayern (Hetzel 2006, Meierott 2008), 2008 in Oberhöchstadt in Hessen (Gregor & al. 2012), Niedersachsen (Hand & Thieme 2024), Dortmund-Brünninghausen in Nordrhein-Westfalen (BBV 2014), Sachsen (Hand & Thieme 2024) und Schleswig-Holstein (Hand & Thieme 2024). Der Erstnachweis für Bayern erfolgte 1933 bei Puchheim im Bezirk Fürstenfeldbruck (Meierott & al. 2024).
ÖSTERREICH:
Kärnten (Hartl & al. 1992), Hinterstoder in Oberösterreich (Stöhr & al. 2006), Oberndorf in Salzburg (Stöhr & al. 2006) und Graz St. Peter und Köflach in der Steiermark (Melzer 2005). Laut aktueller Neophytenliste für Österreich (Glaser & al. 2025) wurde das Taxon wahrscheinlich fälschlicherweise für Österreich erfasst.
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan auch in Norwegen (Gederaas & al. 2012) und den Niederlanden (FLORON 2021).

 

Quellen

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2014): Bemerkenswerte Pflanzenvorkommen aus dem östlichen Ruhrgebiet im Jahr 2014- Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 6: 120–140.

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen
_2018_teil_1.pdf

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Gregor T., Hodvina S., Barth U., Bönsel D., Feuring C. & Übeler M. (2012):  Weiterführung der hessischen Florenliste -  Botanik und Naturschutz in Hessen 24, 71–105.

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm



Hartl H., Kniely G., Leute G.H., Niklfeld H. & M. Perko (1992): Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Kärntens. — Klagenfurt, 451 S.

Hetzel G. (2006): Die Neophyten Oberfrankens. Floristik, Standortcharakteristik, Vergesellschaftung, Verbreitung, Dynamik. — Diss. Univ. Würzburg, 160 S.

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Meierott L. (2008): Flora der Haßberge und des Grabfeldes – Neue Flora von Schweifurt. 2 Bände, IHW-Verlag, Eching. Melzer H. (2005): Neues zur Flora der Steiermark, XLI. – Mitt. Naturwiss. Ver. Steiermark 134: 153–188.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Stöhr O., Wittmann. h., Schröck C., Essl F., Brandstätter G., Hohla M., Niederbichler C. & Kaiser R. (2006): Beiträge zur Flora von Österreich – Neilreichia 4: 139–190.