Salsola

Salzkraut, Amarantgewächs, Amaranthaceae

Gattung:

Salsola umfasst, inkl. Kali, exkl. Soda, etwa 55 Arten (Kew 2023), die in Eurasien, Afrika und Australien beheimatet sind.
 

Salsola collina

Hügel-Salzkraut,
Salsola collina
(Syn.: Kali collinum, Salsola kali subsp. collina),
Amarantgewächs, Amaranthaceae

 

Steckbrief:

Bis 50 cm hohe, aufrecht-verzweigte, im Aussehen variable Einjährige mit nadelförmigen, bis 8 cm langen und 0,8 mm breiten, in eine dornige Spitze auslaufenden Blättern. Blütenstände endständig in dicht gedrängten Ähren. Blüten fünfzählig, unscheinbar, durch die Tragblätter verdeckt. Blütezeit Juni bis September.
 

Heimat:

Östliches europäisches Russland und Teile Asiens.
 

Nutzung:

In der TCM zur Senkung von hohem Blutdruck verwendet.
 

Ausbreitung:

Vermutlich mit Getreidelieferungen eingeschleppt worden. Im Gebiet wurde sie erstmals 1900 im Hafen von Mannheim beobachtet. Seitdem ist sie an verschiedenen Orten unbeständig aufgetaucht, meist an Hafenanlagen, Verladeplätzen, Bahnhöfen und Eisenbahnlinien, oder auf Schuttplätzen, Trümmerhaufen und offenen Sandflächen.
DEUTSCHLAND:
Unbeständig, so 1900 für den Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg angegeben (Zimmermann 1910, Hand & Thieme 2024), 1998 im Hafen Bamberg und 2012 spontan an einer Vogelfütterungsstelle in einem Privatgarten in Witzmannsberg bei Coburg in Bayern (BIB 2018, Meierott & al. 2024), 1954 in Berlin-Rudow (Scholz & Sukopp 1960, Hand & Thieme 2024), im Europahafen Bremen (Misskampf & Züghart 2000, Cordes & al. 2006), im Hafen Hamburg (Jehlik 1989, Hand & Thieme 2024), 1983 am Bahnhof Blankenberg, 1983 in Schwerin-Wüstmark, Nowawes, Eldena und Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern (Fukarek & Henker 2005, Hegi 1979), Niedersachsen (Hand & Thieme 2021 sub Bremen?), 1960 in Gundorf, 1962 in Leipzig-Möckern und in Dresden-Tolkewitz in Sachsen (Gutte 2006, Hegi 1979) und Eckernförde in Schleswig-Holstein (Hand & Thieme 2024)Die Art wird in den „Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs“ (Sebald & al. 1990) nicht geführt.


ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:
1940 im Rheinhafen Basel-St.Johann (Hegi 1979).
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021), in Großbritannien (Clement & Foster 1994), Tschechien (Pyšek & al. 2012) und seit 1998 in der Slowakei (Medvecká & al. 2012).
 

 
Weitere Art:

Salsola australis

Das Australische Salzkraut, Salsola australis, ist in Australien beheimatet und wird im Gebiet eingeschleppt 2004 für den Hauptbahnhof Hamm, für den Bahnhof Geseke und 2006 für die ehemaligen Kohlelagerfläche „Waldteichgelände“ Oberhausen in Nordrhein-Westfalen (Geyer & al. 2008, Trein & al. 2011) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) nicht geführt.
 
 

Quellen

Ascherson P. & P. Graebner (1896-1939): Synopsis der mitteleuropäischen Flora. 12 Bände Leipzig, Gebr. Bornträger.

Cordes H., Feder J., Hellberg F., Metzing D. & Wittig B. (ed., 2006): Atlas der Farn- und Blütenpflanzen des Weser-Elbe-Gebietes. – 512 S. (= Beihefte zum Jahrbuch der Wittheit zu Bremen 2). Bremen (Hauschild).

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Geyer H. J., Loos G. H. & Büscher D. (2008): Rezentvorkommen von Adventivpflanzen und Apophyten auf Bahnhöfen im mittleren Westfalen und ihre Ausbreitungstendenzen. – Braunschweig. Geobot. Arb. 9: 177 – 188.

Gutte P. (2006): Flora der Stadt Leipzig, einschließlich Markkleeberg – Weißdorn-Verlag, Jena, 278 S.

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hegi G. (1979): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 3 (Teil 2). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 453–1264.

Höppner H. (1910): Beiträge zur Adventiv- und Ruderalflora von Krefeld – Mitteilungen des Vereins für Naturkunde in Verbindung mit dem Städtischen Naturwissenschaftlichen Museum zu Krefeld 1910: 53-59.

Jehlik V. (1989): Zweiter Beitrag zur synanthropen (besonders Adventiv-) Flora des Hamburger Hafens – Tuexenia 9: 253-266.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science



Medvecká J., Kliment J., Májeková J., Halada Ľ., Zaliberová M., Gojdičová E., Feráková V. & Jarolímek J. (2012): Inventory of the alien flora of Slovakia. – Preslia 84: 257–309.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Misskampf R. & W. Züghart (2000): Floristisch-ökologische Untersuchung der Spontanflora in Bremer Häfen unter besonderer Berücksichtigung der anthropochoren Pflanzen – Bibliotheca Botanica Heft 150

Pyšek P., Danihelka J., Sádlo J., Chrtek J. jr., Chytrý M., Jarošík V., Kaplan Z., Krahulec F., Moravcová L., Pergl J., Štajerová K. & Tichý L. (2012): Catalogue of alien plants of the Czech Re­public (2nd edition): checklist update, taxonomic diversity and invasion patterns. – Preslia 84: 155–255.

Scholz H. & H. Sukopp (1960): Zweites Verzeichnis von Neufunden höherer Pflanzen aus der Mark Brandenburg und angrenzenden Gebieten – Verhandlungen des Botanischen Vereins der Provinz Brandenburg 98/100: 23-49.

Schultheiss F. (1891): Sporadische Pflanzen der Lokalflora Nürnbergs – Abhandlungen der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg 8: 79-88.  

Sebald O., Seybold S. & G. Philippi (1990): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Bd. 1: Lycopodiaceae bis Plumbaginaceae. 2. Aufl., Verlag E. Ulmer, Stuttgart.


Trein L., Keil P. & Schumacher W. (2011): Floristische und vegetationskundliche Untersuchungen der ehemaligen Kohlelagerfläche „Waldteichgelände“ in Oberhausen (westliches Ruhrgebiet). – Decheniana 164: 69–80.

Zimmermann F. (1910): Die Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen und der Pfalz nebst den selteneren einheimischen Blütenpflanzen und den Gefäßkryptogamen – Pollichia 26: 11−171.